Verminderung von Luftverschmutzung

Verminderung von Luftverschmutzung

Die Atmosphäre vor zu starker Verschmutzung zu bewahren, wurde zum primären Ziel zahlreicher Maßnahmen, die in verschiedenen Staaten und von internationalen Organisationen ergriffen wurden. Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung. Viele Konventionen und Verträge wurden unterzeichnet, um Grenzwerte für Gefahrstoffe festzulegen und neue Technologien einzuführen.

In den 60er und 70er Jahren, hat sich in der gesellschaftlichen Haltung zu Umweltproblemen ein Wandel vollzogen. Das verstärkte Umweltbewusstsein bezog auch die Luftverschmutzung mit ein. Die Menschen erfuhren, dass den Ressourcen der natürlichen Umwelt Grenzen gesetzt sind und sie nicht unbeschränkt ausgebeutet werden können. Die Prinzipien der wirtschaftlichen Entwicklung zu Zeiten der Industrialisierung, nach der die Umwelt als Quelle frei verfügbarer Ressourcen und als Deponie für Abfälle genutzt werden kann, musste durch eine postindustrielle Strategie ersetzt werden. Die Grundidee ist eine nachhaltige Entwicklung. Hierin sollte das wirtschaftliche Wachstum stabil und ausgewogen sein und die gesellschaftlichen Bedürfnisse befriedigen, die Umwelt aber nicht zerstören.

Luftreinhaltung

1. Strategien zur Vermeidung von Luftverschmutzung
Grafik: Anita Bokwa, Pawel Jezioro

Schutz der Atmosphäre bedeutet die Beschränkung oder Vermeidung der Emission von schädlichen Substanzen aus allen Wirtschaftszweigen und anderen menschlichen Quellen. Für bestimmte Substanzen werden erlaubte Grenzwerte definiert. Die Konzentration eines die Umgebungsluft belastenden Gases bezeichnen wir als Immission. Immissionswerte werden zusätzlich für bestimmte Zeiträume (30 min, 1 Tag, 1 Jahr) und bestimmte Orte (Stadtgebiete, Nationalparks) definiert. Immissionen drücken wir gewöhnlich in mg per m3 aus. Das Wort Immission hat eine sehr weit gedehnte Bedeutung und umfasst alle Arten von Schadstoffen, die eine Region aus verschiedenen Quellen erreicht. Dies bedeutet, dass die Verschmutzung, die eine Region betrifft, verschiedenste Ursprünge haben kann – solche die sehr nah gelegen sind, aber auch solche, die weit weg sind und von denen die Schadstoffe mit dem Wind herangetragen wurden. Um Informationen über die Schadstoffe zusammenzutragen, wurden nationale Beobachtungsnetzwerke aufgebaut. Messwerte werden gesammelt, analysiert und veröffentlicht.

Messstation in Krakau

Messstation in Krakau

2. Messstation in der Stadt (Krakau)
Foto: Sebastian Wypych

Viele technische Neuerungen leisten heute ihren Beitrag zur Luftverbesserung. Moderne Verbrennungssysteme in den Heizungsanlagen der Häuser verbrauchen weniger Brennstoff und erzeugen somit weniger Abgase bei gleicher Energieausbeute. Filter entfernen Ruß oder Schwefelanteilen aus den Abgasen. Autos werden mit Katalysatoren ausgestattet. Eine weitere Möglichkeit liegt in der Verbesserung der Brennstoffgüte, so z.B. Auflagen zur Beschränkung des Schwefelgehaltes, Verpflichtung zur Verwendung von bleifreiem Benzin, Beschränkung des Verkehrs in den Stadtzentren, Umstrukturierung von energieintensiven Industriezweigen, technisch günstigere Ansiedlung neuer Fabriken. Durch Recycling können verschiedene Materialien mehrfach genutzt werden, die bislang als Müll eingestuft waren.

Recycling Container

3. Recycling Container für Papier, Glas, Metall und Plastik
Foto: Sebastian Wypych

Recycling Festivals in Krakau

4. Während des ersten Recycling Festivals in Krakau wurde ein Nachbau eines historischen Tores der Stadtbefestigungsanlage (Barbicane genannt) aus 36000 Aluminiumdosen erstellt. Die Dosen aus dem 7,70 m hohem Werk (Maßstab 1:2) wurden nach dem Festival an ein Aluminiumwerk geliefert.
Foto: Sebastian Wypych

Krakauer Recycling Festival

5. a) Während des zweiten Krakauer Recycling Festivals wurden die historischen Tuchhallen aus 140.000 Glasflaschen nachgebaut, welche anschließend an eine Glashütte geliefert wurden.

Krakauer Recycling Festival

5. b) Foto: Sebastian Wypych

In allen Staaten gibt es Grenzwerte für die wichtigsten Luftschadstoffe, die nicht überschritten werden dürfen. Allerdings können Emissionen durch den Wind über Staatsgrenzen hinweggetragen werden. Der Bau von hohen Schornsteinen, ursprünglich dazu gedacht, die nächste Umgebung vor hohen Schadstoffkonzentrationen zu bewahren, fördert solchen Transport. Grenzüberschreitende Emissionen veranlassen die Staaten zu internationalen Abkommen. Solche wurden z.B. im Jahr 1991 zwischen Polen, Tschechien und Deutschland für die als ‚Schwarzes Dreieck’ bezeichnete Kohleregion geschlossen.

Von besonderer Bedeutung sind die Konventionen und Abkommen, die von zahlreichen Staaten unterzeichnet und ratifiziert worden sind. Durch sie ist ein internationales Vertragssystem gegeben, das sich auch dem Schutz der Atmosphäre widmet, z.B. die Konvention zu Treibhausgasen der Vereinten Nationen (siehe auch ‚Menschen ändern Klima – Mehr – Einheit 3). Die Staaten der Europäischen Union haben sich in vielen Punkten auf gemeinsame Umweltrichtlinien verständigt und Mittel bereitgestellt, gemeinsame Programme zu realisieren.

Der Schutz der Atmosphäre ist zunächst mit finanziellen Investitionen verbunden für neue Technologien, für die Kontrolle der Einhaltung von Grenzwerten und für den Aufbau eines Netzwerkes von Messstationen. Verschiedene wirtschaftliche Instrumente werden eingesetzt, um Schutzmaßnahmen zu fördern. Eines von ihnen ist die Öko-Konversion. Hierbei handelt es sich um die Umwandlung von Schulden eines Landes in ökologische Investitionen. Ein anderes, 2005 angelaufenes Verfahren ist der Emissionshandel. Hierbei werden Betrieben Emissionen im bestimmten Umfang erlaubt. Bleiben diese darunter, so können sie ihre Emissionsrechte an andere Unternehmen verkaufen, die mehr Emissionsrechte benötigen. Benötigen sie mehr, so müssen sie Rechte von anderen einkaufen.

Windturbinen und Solarstrom

6. Mittel aus dem Ökokonversions-Fonds werden verwendet, um traditionelle Energie-Produktionsverfahren durch moderne ‘saubere’ Technologien zu ersetzen, wie z.B. Windturbinen oder photovoltaische Systeme.
Quelle : www.freefoto.com

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Klima in Städten - Basis - Einheit 1 - Unfälle und Verschmutzungen

About this page:

Authors: Pawel Jezioro, Anita Bokwa - Jagiellonian University - Cracow / Poland
1. Scientific reviewer: Prof. Barbara Obrebska-Starkel - Jagiellonian University - Cracow / Poland - 2003-06-20
2. Scientific reviewer: Dr. Marek Nowosad - Maria Curie-Sklodowska University - Lublin / Poland - 2003-06-16
Übersetzung: Elmar Uherek - MPI für Chemie Mainz
Letzte Aktualisierung: 2007-09-07

Last modified: Monday, 23 December 2019, 6:12 PM