Gase und Seewasser - 2

Klimaenzyklopädie ESPERE.
ENVIRONMENTAL SCIENCE PUBLISHED FOR EVERYBODY ROUND THE EARTH
Klimaenzyklopädie ESPERE
Die Ozeane. Basis
Die Ozeane. Basis - menu



Andere wichtige Klimagase aus Seewasser - 2

Einige Gase, die im Seewasser gebildet werden, werden in der Troposphäre, der untersten Luftschicht, nicht abgebaut. Dadurch gelangen sie allmählich in die nächsthöhere Luftschicht, die Stratosphäre. Die Stratosphäre ist von großer Bedeutung für unser Klima, da sich in ihr die Ozonschicht befindet. Sie schützt uns vor der schädigenden ultravioletten Strahlung der Sonne. Zudem gibt es hier eine Schicht von Sulfataerosolen, die ebenso dazu beitragen, dass nicht die volle Sonnenenergie die Erde erreicht. Obwohl die Stratosphäre mehr als 11 km über dem Meeresspiegel liegt, können Gase aus den Ozeanen ihre Chemie beeinflussen.

Distickstoffmonoxid (N2O) - Lachgas

Ein weiteres biologisch produziertes Gas ist Distickstoffmonoxid. Da es in der Troposphäre nicht abgebaut wird, hat es eine sehr lange Lebenszeit in der Atmosphäre, etwa 120 Jahre.

Woher kommt Distickstoffmonoxid?

Die größte Quelle von Distickstoffmonoxid sind die Böden. Besonders in den Tropen sind die Emissionen gestiegen, vermutlich auf Grund des zunehmenden Gebrauchs von Düngern. In den Ozeanen erfolgt die Produktion vor allem in Meeresarmen und Küstengewässern. Hier wird das Distickstoffoxid von Bakterien produziert, die Stickstoffverbindungen zu Nährstoffen umwandeln.

Wieso ist Distickstoffmonoxid wichtig?

In der Troposphäre ist Distickstoffmonoxid ein Treibhausgas mit einer Wirkung, die 275 mal größer ist als die des Kohlendioxids. Daher trägt es zur globalen Erwärmung bei, obwohl die atmosphärische Konzentration deutlich geringer ist als die des CO2. Da es auf Grund seiner langen Lebenszeit auch in die Stratosphäre gelangt, nimmt es dort weiteren Einfluss. Durch die UV-Strahlung wird es zerstört und bildet Stickoxid Radikale (NO). Diese sind beim Abbau des stratosphärischen Ozons aktiv. Wie wir wissen, wird das Ozon in der Stratosphäre benötigt, da es uns vor der UV-Strahlung schützt.

N2O Chemie

Emissionen von Distickstoffmonoxid werden wahrscheinlich ansteigen. Besonders aktiv sind Böden in der Nähe der Küste, die im Bereich von Ebbe und Flut liegen. Wenn das Klima wärmer wird und der Meeresspiegel steigt, könnte sich die Produktion in den Küstenzonen verstärken. Gleichzeitig nimmt die landwirtschaftliche Produktion und damit der Eintrag an Nitratdüngern immer mehr zu. Weitere Überdüngung (Eutrophierung) führt zu weiterer Freisetzung von Distickstoffmonoxid. Es gibt bereits klare Belege für einen Anstieg von N2O Emissionen auf Grund der menschlichen Aktivitäten längs der indischen Küste.

Carbonylsulfid (COS)

Carbonylsulfid ist das dominierende Schwefelgas in der Atmosphäre. Es wird vor allem in den Ozeanen gebildet, hat aber auch einige weniger bedeutende industrielle Quellen. Zwar sind die Einträge von Dimethylsulfid (DMS) in die Atmosphäre höher, doch wird dieses Schwefelgas schneller abgebaut. COS dagegen hat die längere Lebenszeit.

Woher kommt marines Carbonylsulfid?

Im Meer erzeugtes Carbonyloxid bildet sich durch die Einwirkung von Sonnenlicht auf schwefelhaltigen organischen Verbindungen in den oberen Schichten des Ozeans, insbesondere in Küstengewässern. Da es in Wasser relativ schlecht löslich ist, entweicht es leicht in die Atmosphäre.

Wieso ist Carbonyloxid wichtig?

Wie N2O, so wird auch Carbonylsulfid nicht in der Troposphäre abgebaut. Damit gelangt es in die Stratosphäre, wo es zu Sulfataerosol umgewandelt wird. Das Sulfataerosol reflektiert das Licht der Sonne zurück in den Weltraum und trägt somit zur Kühlung unseres Planeten bei.

About this page:

author: Lucinda Spokes - Environmental Sciences, University of East Anglia, Norwich - U.K.
last updated: 2003-10-01
translation: Elmar Uherek, MPI for Chemistry, Mainz 2004-06-03

Last modified: Friday, 9 November 2018, 12:10 PM