KW: Albedo im Experiment

Albedo im Experiment

Bestimmte Erdoberflächen wie Ozeane, Wüsten oder Wälder reflektieren Sonnenlicht unterschiedlich stark. Je heller bzw. weißer eine Oberfläche ist, desto stärker ist die Reflexion. Ist die Erde ganz von weißem Schnee bedeckt, so blendet das zurückgeworfene Licht sogar. Das Fachwort für diese Helligkeit heißt Albedo (aus dem lateinischen für "Weißheit"). Albedo ist ein wichtiger Begriff in der Klimaforschung.

Im Klimahaus® Bremerhaven 8°Ost steht eine Fotokabine, in der das unterschiedliche Rückstrahlungsvermögen verschiedener Oberflächen sichtbar gemacht wird. Zunächst nimmt der Besucher in der Kabine Platz und zieht die Vorhänge zu. Dann stellt er den Spiegel so ein, dass er sein Gesicht darin sehen kann. Nun beginnt das Experiment. An einem Rad können verschiedene "Erdoberflächen" ausgewählt werden, die von einer Lampe angeleutet werden. Je nach Rückstrahlvermögen der ausgewählten Fläche wird das Gesicht unterschiedlich stark beleuchtet.

© Klimahaus® Bremerhaven 8°Ost

Eine besonders hohe Albedo haben z.B. Wolken und frischer Schnee. Bei Gletschern kann sich die Albedo durch Staub verändern, bei Wolken spielen Größe und Form der Tröpfchen oder Eiskristalle eine Rolle. Dunkle Flächen wie Ozeane, Wälder oder auch Asphalt absorbieren ("schlucken") besonders viel Strahlung und haben daher eine geringe Albedo.

Große Eisflächen oder viele Wolken können durch hohe Reflexion der Sonnenstrahlung zur Abkühlung der Erdoberfläche führen. Umgekehrt kann das Abschmelzen von Eis eine Erwärmung bedeuten, da sich hierdurch die Albedo verringert und mehr Strahlung die Erdoberfläche und die Meere erwärmt. Dies hat eine positive Rückkopplung zur Folge, denn wärmere Böden und Ozeane verursachen wiederum ein verstärktes Abschmelzen des Eises.

Last modified: Sunday, 16 September 2018, 5:58 PM